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Die weltweite Klimaveränderung stellt für uns alle eine große Herausforderung dar. Schon seit Mitte der achtziger Jahre lebt die Menschheit ökologisch quasi auf Pump – d. h. sie verbraucht mehr Ressourcen als die Erde zur Verfügung stellt. Und wir überziehen unser Konto täglich immer weiter! Nach den Szenarien der Klimawissenschaftler wird sich bis 2100 die durchschnittliche Temperatur auf der Erde beträchtlich erhöhen – wenn wir an unserem CO2-Ausstoß nichts ändern. Darum hat die Stadt Pfaffenhofen a. d. Ilm mit Unterstützung des Energie- & Solarverein Pfaffenhofen e.V. die Klimaschutzinitiative ins Leben gerufen. Mit zahlreichen Angeboten ruft die Stadt Pfaffenhofen jeden von uns - Unternehmen, Privatpersonen und Organisationen - auf selbst aktiv zu werden.
Klimaschutzmanagerin der Stadt PfaffenhofenFrau Kathrin MerkertHauptplatz 1885276 Pfaffenhofen a. d. Ilm08441 7820-47kathrin.merkert@stadt-pfaffenhofen.dewww.pfaffenhofen.de/klimaschutz
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#776, Erstellungsdatum 28. April 2017 18:50 Klimaschutzmaßnahme

Ofenbau in Äthiopien (Ofenmacher e.V.)

1. Bitte beschreiben Sie Ihr Projekt. Worum geht es? Welche Ziele verfolgen Sie? Für den Verein die Ofenmacher habe ich im Januar 2016 die Ofenbau-Kampagne in Äthiopien übernommen. Die Kampagne beschränkt sich im Moment auf den Landkreis Merhabete mit seiner Kreisstadt Alem Ketema. In diesem schwer zugänglichen Gebiet ohne Asphaltstraßen und Elektrizität gibt es über 30.000 Haushalte. Inzwischen (30.4.2017) sind es ca. 800 Öfen, ca. 400 davon in 2017. Ziel ist es über einen Erfolg in diesem Landkreis den Vorteil rauchfreier Öfen landesweit bekannt zu machen. Es gab auch bereits Medieninteresse und Anfragen anderer Landkreise in Äthiopien. Ich bin Mitglied des Vereins die Ofenbauer e.V. seit Januar 2016. Ziel der „Ofenmacher e.V.“ ist es durch den Bau von rauchfreien Küchenöfen das offene Feuer zu ersetzten. In den Entwicklungsländern kochen fast 4 Milliarden Menschen am offenen Feuer.  Der Raum füllt sich mit beißendem Rauch. Reizungen der Augen bis zur Erblindung, Schädigungen der Lunge und der Blutgefäße sowie schwere Brandunfälle sind die Folge. Laut WHO ist offenes Feuer die fünfthäufigste Todesursache in Entwicklungsländern mit ca. 4 Millionen Toten pro Jahr. Die Ofenmacher initiieren und unterstützen Projekte zum Ofenbau. Sie bilden lokale Ofenbauerinnen/er aus, die mit dem dort verfügbaren Lehm die einfachen Kochstellen errichten. Organisiert in der parallel vor Ort aufgebaute Projektorganisation sind sie somit in der Lage, nach der Aufbauphase des Projektes, weitgehend autark zu arbeiten. Hierbei orientieren sie sich an den jährlich mit den „Ofenmachern e.V.“ vereinbarten Projektzielen. Die „Ofenmacher e.V.“ begrenzen sich dann auf die Projektkontrolle incl. kontinuierlichem Monitoring, auf die finanzielle Unterstützung und bedarfsorientierte Hilfestellungen. Die Mitarbeiter der „Ofenmacher e.V.“ arbeiten ehrenamtlich. Alle Spendengelder werden zu 100% in die Projekte in den Entwicklungsländern geleitet. Die Kosten belaufen sich, nach erfolgreichem Projektaufbau, auf ca. 10€ pro Ofen. 2. Was bewirkt Ihr Projekt? Welche Impulse für Veränderungen können Sie setzen und welche Erfolge hatten Sie bereits? Die Vorteile der rauchfreien Küchenöfen sind: • Vermeidung von Unfällen am offenen Feuer, hier sind primär Kinder betroffen. • Weitgehende Vermeidung der gesundheitlichen Schäden durch Rauchgase im Wohnraum. • 50% geringerer Treibhausgasausstoß aufgrund des guten Wirkungsgrades. • 50% niedrigerer Bedarf an Brennmaterialien, gleichzeitig Reduzierung des Arbeitsaufwandes zur Beschaffung der Brennmaterialien. • Arbeitsplätze für ortsansässige Ofenbauer. • Viele Frauen erhalten als Ofenbauer eine eigene Einkommensquelle. Das erste Projekt der „Ofenmacher e.V.“ wurde 2010 in Nepal gestartet, 2013 weitere Projekte in Kenia und Äthiopien. Bis Ende 2016 konnten die Ofenbauerinnen/er in Nepal mehr als 50.000 Öfen bauen. Hierfür wurden in Nepal  inzwischen über 150 Ofenbauerinne/er ausgebildet. In Äthiopien sind bis jetzt über 80 Ofenbauerinnen ausgebildet worden. Knapp die Hälfte davon sind tatsächlich aktiv. Ein Erfolg, der die Wirksamkeit und Qualität der rauchfreien Kochstellen untermauert, ist die Genehmigung des Klimaschutzprojektes der „Ofenmacher e.V.“ in Nepal. Die Gold Standard Foundation, weltweit führende Organisation für nachhaltige Energien, erteilte 2014 die Projektgenehmigung und stellte 2015 die ersten Klimaschutz Emissionszertifikate aus. 3. Inwiefern ist Ihr Projekt ein gutes Beispiel für eine lebenswerte Gesellschaft?  Der beißende Rauch von offenen Feuerstellen im Wohnraum stellt eine der großen gesundheitlichen Beeinträchtigungen in den Entwicklungsländern dar. Kochstellen mit Rauchabzug beseitigen dieses Problem fast vollständig, bieten den Familien und besonders den Frauen und Kindern durch den sauberen und sicheren Wohnraum neue Lebensqualität. Die Kosten sind niedrig, mit 10€ pro Haushalt. In Äthiopien sit der Aufwand wegen der noch geringeren Stückzahl höher und liegt zwischen 12,5 und 20 €. Die Lösung ist nachhaltig, da primär mit lokal verfügbarem Lehm gebaut, einfach von den Besitzern zu warten und zu reparieren. Zudem werden vor Ort Arbeitsplätze geschaffen: alleine in Nepal arbeiten inzwischen mehr als 100 Ofenbauerinnen, in Äthiopien ca. 35 an den Projekten. In Absprache mit der Stadtverwaltung und dem Landkreis Merhabete rekrutieren wir für den Ofenbau ausschließlich Frauen aus prekären Verhältnissen (verwitwet, geschieden, kinderreich) aus der ländlichen Bevölkerung.  Weiterhin halbiert sich der Brennstoffbedarf. Es geht um eine Tonne Feuerholz pro Jahr und Haushalt. Die Frauen gewinnen wertvolle Zeit für andere Aufgaben, denn nicht selten muss das Holz über mehrere Kilometer in schwer zugänglichem Gelände transportiert werden. Zudem wird der Wald von der Abholzung verschont und das Klima von Treibhausgasen. 4. Wie ist Ihr Projekt organisiert? (Ehrenamt, Start-up etc.) Wie viele Personen engagieren sich? Alle Mitglieder der „Ofenmacher e.V.“, also auch ich, arbeiten ehrenamtlich, insgesamt ca. 10 Mitarbeiter. „Ofenmacher e.V.“ initiiert, bildet aus, unterstützt und kontrolliert die Projekte. Weiterhin verantwortet „Ofenmacher e.V.“ die Finanzierung und Mittelverwendung. Aufkommende Spendeneinnahmen werden zu 100% in die Projekte geleitet. Ziel ist es, nach dem Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe, dass der Ofenbau in den jeweiligen Ländern eigenständig organisiert und umgesetzt wird. Im Rahmen der Aufbauphase werden in den Ländern lokale Organisationen gegründet, die Projekte umsetzen. In diese Organisation sind lokale politische Entscheidungsträger eingebunden. Nach der Aufbauphase verantwortet der einheimische Projektleiter die Umsetzung der Projekte in dem vereinbarten Projektrahmen. Schulung und Organisation der Ofenbauerinnen/er, Bau der Öfen und Dokumentation des Ofenbaus, sachgerechte Mittelverwendung sowie monatliche Dokumentation der Ergebnisse und schriftliche Projektberichte zählen zu seiner Verantwortung. Nach diesem Prinzip arbeiten in Nepal aktuell mehr als 100 Ofenbauinnen/er, die inzwischen über 50.000 Öfen gebaut haben, in Äthiopien aktuell 35. Ein konkretes Beispiel bin ich selbst: meine Reisekosten (ich war innerhalb von 12 Monaten dreimal in Äthiopien) trage ich selbst als Spende für den Verein. So wie ich erhält kein deutscher Vereinskollege eine Entschädigung für seinen Einsatz. Die Spenden gehen direkt in die Kampagnen vor Ort und bleiben in keiner deutschen Organisation hängen. 5. Seit wann gibt es das Projekt? Wie und warum ist es entstanden?  Entstanden ist der Verein 2010. Aus den Erfahrungen der Arbeit von Christa Drigalla im Hospital in Katmandu und 12 Jahren Leben in Nepal entstand die Idee: die Verhinderung der Verbrennungen im Kindesalter, verursacht durch die Kochstellen mit offenem Feuer in den Bauernhäusern in Nepal. Der Bau von rauchfreien Küchenöfen in der ländlichen Umgebung zeigte sofortige Ergebnisse. Die Hauseigentümer und hauptsächlich die Hausfrauen formulierten sehr genau die entscheidenden Vorteile, die sie persönlich nach dem Einbau eines solchen Ofens spürten. Inzwischen hat sich der Bau der Öfen sehr ausgeweitet und  der Bedarf an rauchfreien Küchenöfen scheint weiterhin unerschöpflich zu sein. Neben den Vorteilen für die Gesundheit ist die umweltentlastende und klimaschonende Wirkung besonders hervorzuheben. Die bessere Ausnutzung des Brennstoffes Holz reduziert den Holzeinschlag in den Wäldern und den CO2-Ausstoß. Die Anregung für die Kampagne in Alem Ketema und dem Landkreis Merhabete kam aus Vaterstetten. Karlheinz Böhm, Gründer der Hilfsorganisation Menschen für Menschen, hatte als Vaterstettener Bürger auch die Städtepartnerschaft Vaterstetten – Alem Ketema initiiert. Und hieraus wurde die Unterstützung der Ofenmacher e.V. geholt. 6. Beschreiben Sie Ihr Geschäftsmodell. Wird das Projekt finanziell gefördert? Wozu verwenden Sie die Einnahmen?   Die Finanzierung der Projekte erfolgt über private Spenden, Gelder von Stiftungen und Sponsoren. Alle Spendengelder gehen zu 100% in die Entwicklungsländer und dienen ausschließlich zur Umsetzung der Projekte zum Bau von rauchfreien Kochstellen.  Die verfügbaren Mittel bewegen sich zwischen 100.000€ - 140.000€/a. Damit können jährlich zwischen 10.000 - 14.000 Öfen gebaut werden, bei Kosten von ca. 10€ pro Ofen. Hierin enthalten sind alle Lohn- und Materialkosten, Gelder für das Monitoring und die einheimische Projektleitung.